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Feuerwehren des Landkreises

Grubenwehr Salzbergwerk Berchtesgaden
Allgemeines:
24 Aktive
1 Stützpunkt
Schutzbereich:
Salzbergwerk Berchtesgaden
5 Abbauebenen, rund 20 Bohrspülwerke
ca. 400.000 Besucher/Jahr
Kommando:
1. Kommandant: Armin Irlinger (Oberführer)
Vereinsvorstand:
Fahrzeuge:
---
Sondergeräte:
Kreislauf-Atemschutzgeräte Sauerstoff-Selbstretter
weitere Angaben:
Geschichte:
Aufgrund einer Anfrage der Königlichen General-, Bergwerks- und Salinen-Administration in München an das Königliche Hauptsalzamt Berchtesgaden über bestehende oder mögliche Gefahren im hiesigen Salzbergwerk wurde im Jahre 1906 die Aufstellung eines Rettungstrupps beschlossen. Am 6. Oktober 1906 bestellte man bei der Firma Dräger in Lübeck zwei Dräger-Rettungsapparate für Mundatmung mit Zwillingszylinder, Kalipatrone und entsprechendem Zubehör. Zur Wiederbelebung erstickter Bergleute wurde ein Sauerstoffkoffer angeschafft. Im Januar 1907 war es dann soweit. Die Dräger´schen Rettungsapparate waren eingetroffen und die ersten Übungen konnten abgehalten werden. Führer der Rettungsmannschaft war der Steiger II. Ordnung Jakob Angerer. Somit ist das Jahr 1907 als das Gründungsjahr der Grubenwehr des Salzbergwerkes Berchtesgaden anzusehen.

Personal:
Bei Übungen und im Einsatz besteht ein Grubenwehrtrupp aus einem Truppführer und vier Wehrmännern. Die Mitgliederstärke der Grubenwehr beträgt derzeit 24 Mann, diese setzen sich zusammen aus:
» 1 Oberführer
» 1 stellvertr. Oberführer
» 4 Truppführer
» 3 Gerätewarte (gleichzeitig Wehrmänner)
» 15 Wehrmänner

Ausrüstung:
Die Ausrüstung der Grubenwehr besteht in erster Linie aus den Kreislauf-Atemschutzgeräten mit vier Stunden Einsatzdauer. Wir besitzen 15 Geräte vom Typ Dräger BG 4. Dazu kommen noch drei Stück Sauerstoff-Selbstretter vom Typ Oxy SSR K 60. Zur Wiederbefüllung der Sauerstoff-Flaschen steht uns eine Dräger Umfüllpumpe U 300 DS zur Verfügung. Alle Grubenwehrmitglieder sind in der Auf- und Abseiltechnik zum Bergen verunglückter Personen ausgebildet. Dazu sind neben den entsprechenden Statik- und Dynamikseilen fünf komplette Garnituren mit Brustsitzgurt, Radebergerhaken, Seilklemmen,
Aufstiegshilfen und diversen Karabinern vorhanden. Für Arbeitseinsätze am Seil (bei Schachtarbeiten) haben wir zwei
komplette Garnituren mit Brustsitzgurten und Subsonic-Arbeitssitzen. Weiters ist die Grubenwehr mit dem Dräger-Oxylog LA Bergbau ausgestattet.

Stützpunkt:
Die Grubenwehr ist im alten Verwaltungsgebäude untergebracht, wo neben einem Geräteraum und einem Schulungsraum je ein Raum für die Flaschenlagerung und die Umfüllpumpe vorhanden sind. Ausserdem steht ein Raum für die Einsatzleitung mit moderner PC-Ausrüstung zur Verfügung.  

Mitgliedschaft & Ausbildung:
Die Mitgliedschaft in der Grubenwehr ist freiwillig, hängt aber vom Ergebnis einer ärztlichen Untersuchung nach den Richtlinien der G 26-Träger von Atemschutzgeräten ab. Die Untersuchung wird in Abständen von zwei Jahren wiederholt, ab dem 40. Lebensjahr jährlich. Das Mindesalter für den Eintritt in die Grubenwehr beträgt 18 Jahre, das Höchstalter mit der Folge des Ausscheidens ist für Truppführer und Wehrmänner 50 Jahre, für Oberführer 55 Jahre. Die theoretische und praktische Ausbildung der Wehrmitglieder wird in drei Übungen
durchgeführt, wobei die theoretische Ausbildung übertage und die praktischen Übungen mit angelegten Geräten untertage abgehalten werden. Dazu kommt noch eine Übung in der Übungsstrecke der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen in Hohenpeißenberg. Im Rahmen der Nachbarschaftshilfe sind wir zur gegenseitigen Hilfestellung bei der Untertage-Anlage der Erprobungsstelle der Bundeswehr in Oberjettenberg und beim Graphit-Bergwerk Kropfmühl (in der Nähe von Passau) verpflichtet. Dazu werden im jährlichen Wechsel je eine gemeinsame Übung abgehalten, desweiteren kommt im 2-jährlichen Turnus eine Übung bei unserem Nachbarschaftswerk, dem Salzbergwerk Bad Dürrnberg in Österreich hinzu.

Einsätze:
Neben vielen (Arbeits-)Einsätzen waren die herausragenden Einsätze der Grubenwehr ein Schwelbrand im von-Senna-Sinkwerk 1966, eine schwere Methangas-Explosion mit zwei Schwerverletzten beim Sinkwerk 73 im Jahre 1971, ein Brand des Treibscheibenfutters der Fördermaschine am Hauptblindschacht im Jahre 1974, das Anbohren eines riesigen Methangasbläsers auf der 1. Tiefbausohle bei einer geologischen Untersuchungsbohrung 1992 und der einwöchige Einsatz beim Grubenunglück beim Talkbergwerk Lassing in der Steiermark im Jahre 1998.

Wir Grubenwehrleute freuen uns, einer Institution anzugehören, deren Ziel es ist, Bergleuten, die bei ihrer Arbeit unter Tage in Not geraten sind, Hilfe und Rettung zu bringen, aber auch Anlagen und Sachwerte zu schützen. Wie hoch dies bewertet wird, ist daran zu sehen, dass der Bundespräsident für 15 bzw. 20 Jahre Dienst in der Grubenwehr das Grubenwehr-Ehrenzeichen in Silber und Gold verleiht. Mit Bescheid der Regierung von Oberbayern vom 14.03.2001 wurde die Grubenwehr des Salzbergwerkes Berchtesgaden als Werksfeuerwehr im Sinne des Art. 15 BayFwG für die Betriebsanlagen Untertage des Salzbergwerkes Berchtesgaden anerkannt.
Kreisfeuerwehrverband des Landkreises Berchtesgadener Land e.V. · Hallgrafenstraße 31 · D-83435 Bad Reichenhall